Information und Weiterbildung für Südtiroler Konsumenten

„Wenn der Bäcker im Dorf aufgeben muss, verliert das ganze Dorf“

20. Aug. 2026

VSV Robin solidarisiert sich mit dem Hilferuf des „DorfBeck“ aus Laas – hohe Energiekosten werden für immer mehr Kleinbetriebe zur Existenzfrage

Der offene Brief des Laaser Bäckermeisters Markus Hofer ist für den Verbraucherschutzverein Robin ein eindringlicher Hilferuf, der nicht ungehört bleiben darf. Robin solidarisiert sich mit dem Kleinunternehmer und seiner Forderung nach konkreten Maßnahmen zur Entlastung des lokalen Handwerks.

Was Hofer beschreibt, dürfte kein Einzelfall sein. Gerade kleine Handwerksbetriebe, Nahversorger, Bäckereien, Gastbetriebe und familiengeführte Unternehmen kämpfen mit hohen Energie-, Personal- und Betriebskosten. Wenn trotz voller Arbeitsleistung am Monatsende kaum noch Luft zum Atmen bleibt, geht es längst um die Frage, ob solche Betriebe überhaupt noch eine Zukunft haben.

Wir fragen uns schon lange: Warum ist der Aufschrei eigentlich nicht viel größer?“, sagt Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus. "Es kann nicht sein, dass Kleinbetriebe von einem Monat auf den anderen 5.000 statt 2.000 Euro für Strom zahlen müssen, weil irgendwo internationale Krisen den Gaspreis in die Höhe treiben", so Andreaus. "Die Wasserkraft, aus der Südtirol seinen Strom gewinnt, ist von diesen Krisen gar nicht betroffen. Eine Preisexplosion auf dieser Grundlage ist daher durch nichts zu rechtfertigen – sie trifft Kleinbetriebe und Haushalte völlig unnötig hart. Das Autonomiestatut würde uns die Werkzeuge für eine Strompreiskontrolle geben. Es ist Zeit, sie zu nutzen."

Für Robin ist der offene Brief deshalb mehr als die Klage eines einzelnen Unternehmers. Er macht sichtbar, was in vielen kleinen Betrieben zunehmend zum Problem wird: Energiekosten werden zu einem wesentlichen Kostenfaktor, der nicht einfach weitergegeben werden kann. Kleine Betriebe können ihre Preise nicht beliebig erhöhen, ohne Kunden zu verlieren.

Und wenn der Nahversorger verschwindet, verschwindet mehr als nur ein Geschäft: Es geht um Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung, kurze Wege, Lebensqualität und die Lebendigkeit unserer Dörfer.

Besonders ernst nimmt Robin die Frage, wie Südtirol mit seinem Wasserkraftreichtum umgeht. Bevölkerung und Wirtschaft müssen einen nachvollziehbaren und spürbaren Vorteil aus dieser Ressource haben. Es kann nicht genügen, immer wieder auf die Bedeutung der Wasserkraft hinzuweisen, während Haushalte und Kleinbetriebe gleichzeitig über hohe Stromrechnungen klagen.

Robin unterstützt daher die Forderung nach einer ernsthaften politischen Debatte darüber, wie die Südtiroler Wasserkraft stärker zur Entlastung der heimischen Haushalte und Betriebe eingesetzt werden kann.

Der Hilferuf aus Laas sollte ein Weckruf sein“, so Andreaus. „Wir dürfen nicht erst dann über den Erhalt unserer Dörfer sprechen, wenn der letzte Bäcker, Handwerker oder Nahversorger zugesperrt hat. Wer die kleinen Betriebe erhalten will, muss dafür sorgen, dass sie wirtschaftlich überleben können.“

Robin fordert die Landesregierung deshalb auf, die Sorgen der Kleinstbetriebe ernst zu nehmen und endlich eine offene Diskussion über die Südtiroler Energiepolitik und die Nutzung des Wasserkraftvorteils zu führen.

Denn hinter jeder Stromrechnung steht ein Mensch. Und hinter jedem kleinen Betrieb stehen Menschen, Familien und ein Stück Südtiroler Dorfleben.